Renate Künast hat einen wohldosierten Tabubruch begangen, als sie die Deutschen aufforderte Autos mit Hybrid-Antrieb von Toyota zu kaufen, die bisher auf dem Absatzmarkt weltweit ein absolutes Nischendasein fristeten, weil sie teuer, langsam und extrem aufwendig sind. Der Hype, der um diese Technologie gemacht wird, erklärt sich aus den extrem niedrigen Emissionen, die durch eine Mischung aus Elektro- und Verbrennungsantrieb erreicht werden. Doch beim genaueren Hinsehen erweist sich das Hybrid-Konzept als Mogelpackung. Und zwar als besonders schwere.Betrachtet man nämlich das Gesamtkonzept und nicht nur die durch den gelegentlichen Elektrobetrieb hervorgerufenen minimierten CO² Emissionen erweist sich das Konzept als nicht einmal tauglich, eben diese dauehrhaft zu verringern.
Bis heute gibt es keine praxistauglichen Elektroautos, weil es keine vernünftigen Batterien gibt, die erstens leicht genug sind, zweitens genug Energie speichern und drittens so schnell zu beladen wären wie der durchschnittliche Aufenthalt an einer Tankstelle benötigt . Deshalb werden die verkäuflichen Fahrzeuge heute immer zusätzlich mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet, der entweder selbst elektrische Energie produziert (Brennstoffzelle - wie etwa von Daimler-Benz betrieben) oder aber das Fahrzeug selbst konventionell antreibt (Hybrid-Antrieb).
Die Herstellung der ineffizienten Akkus ist mit einem hohen energetischen Aufwand verbunden. Die nötigen chemischen Prozesse produzieren Schad- und Giftstoffe und allerlei Schwermetalle, die spätestens bei ihrer Entsorgung weitere Gifte in die Atmosphäre freisetzen. Auch bei der Herstellung der Elektromotoren wird allerlei Energie gebraucht. Und die ist immer mit den vermeintlich klimaschädigenden Emissionen verbunden.
Aber damit nicht genug. Die zusätzlichen Elektromotoren brauchen Platz im Automobil. Das gleiche gilt für die schweren Batterien, die das ganze Auto gerne einmal um eine halbe Tonne schwerer machen. Und sie brauchen zusätzliche Energie, denn das Zusatzgewicht muss vom Elektro- und Verbrennungsmotor in Bewegung gesetzt und gehalten werden.
Die grüne Parlamentsvizepräsidentin Göring-Eckardt ist ja Künast im Gehorsam vorausgeeilt und hat sich medienwirksam einen Dienstwagen der Toyota-Luxusmarke Lexus zugelegt, die einen zugkräftigen Achtzylindermotor mit dem Elektroantrieb verbindet, der übrigens aufgrund seines ungeheuren Drehmoments die Beschleunigung düsentriebmässig erscheinen lässt (wenn der Chauffeur dann auch noch Daniel heisst ?). Emissionen reduziert sie nicht. Nutzt sie den Elektroantrieb von der Abgeordnetenwohnung zum Reichstagsgebäude, muss der den schweren Verbrennungsantrieb mitschleppen. Auf der Autobahn ins heimische Thüringen (sofern sie nicht die Bahn nimmt) presst dann Freund Ottomotor zweistellige Literzahlen durch die Einspritzanlage, die sich in allerfeinstes CO² verwandeln. Der Hybrid-Antrieb verlagert die Emission also nur aus der Stadt aufs Land und ist damit so wirksam wie besonders hohe Fabrikschornsteine. So wird zwar die EU-Feinstaubverordnung innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings leichter erfüllt, für den vermeintlichen Klimaschutz überhaupt ist nichts getan.
Dabei gibt es Alternativen. Jaguar etwa baut das “korrekte Politiker”-Auto. Mit der Ablösung des S-Types verfügen die Karosserien der drei Spitzenmodelle über die im Flugzeugbau übliche Space-Frame-Technik. Die Karosserien bestehen aus Alu und nicht mehr aus schwereren Stahlblechen und werden verklebt und nicht verschweisst. Dadurch wiegen die Autos ca. eine halbe Tonne weniger wie die schweren Limousinen der deutschen Hersteller. Kombiniert man sie dazu mit dem mit Rußpartikelfilter-Diesel Motor von Peugeot, der auch rund 200 PS leistet aber deutlich weniger verbraucht als der rund 300 PS schwere Zehnzylinder Diesel-Motor des VW Phaeton, der die hundert Mehr PS nur dazu benötigt, um das höhere Fahrzeug- und Motorengewicht in gleich hohe Fahrleistungen wie der Jaguar umzusetzen, dann reduziert man über dessen geringeren Verbrauch auch die Emissionen.
Noch einen Schritt weiter geht Lotus. Die Sportwagenschmiede hatte durch konsequenten Leichtbau schon immer ihren Fahrzeugen mit Motorleistungen zu Fahrdynamikwerten eines Porsche Turbo getrieben, die hierzulande eine Mittelklasselimousine allenfalls mittelmässig beschleunigen. Nun hat man diese Technologie konsequent bei einem SUV genannten Geländewagen angewandt und mit dem ZAP (http://www.focus.de/auto/autoentwicklung/lotus-zap-x_aid_28175.html) ein Auto auf die Beine gestellt, das beim Gewicht eines VW - Golfs eine Reichweite von rund 600 km und eine Aufladezeit der Akkus von 10 Minuten bieten soll. Schlappe 600 PS sollen eine theoretische Höchstgewschwindigkeit von 250 km/h ermöglichen. Wenn nur die Hälfte stimmt, wäre es der Durchbruch für den Elektroantrieb.
Doch auch der verlagert das vermeintliche Problem und löst es nicht. Denn auch bei der Herstellung elektrischer Energie fallen weiter Emissionen an. Gerade die gerade beschlossene Verlängerung der Steinkohle und die Fortsetzung der Verstromung der Braunkohle produzieren mit niedrigem Wirkungsgrad höhere Emissionen.
Würden die scheuklappigen Klima-Hysteriker auch zur Kenntnis nehmen, dass - wenn überhaupt - auch Wasserdampf und Methan den Klimawandel möglicherweise beeinflussen, hätten sie auch ein Argument gegen die Atomkraftwerke, deren Abwärme, die durch die Kühlung entsteht ja jede Menge Wasserdampf produziert. Und was das Methan angeht, das hauptsächlich im Darmtrakt der Säugetiere entsteht, heißt es nicht ZAP (wie bei Lotus) sondern AZ (Arschbacken zusammen).
9 Comments
Und wie panzert man einen Alu-Lotus?
Wenn man keine Ahnung von Fahrzeugtechnik hat, soll man nicht drüber schreiben.
Es ist nicht richtig, dass der Toyota Prius Hybrid langsam und/oder schwerfällig ist. Im Gegenteil: er ist wendig, parkt sich von selbst - und ist äusserst bequem. Ausserdem gäbe es auch noch den Lexus Hybrid. Mit dem Prius lege ich einen besseren Anzug an den Tag als jeder GTi-Fahrer mit seinem Vehikel. Er ist so hässlich, dass er schon wieder schön ist…. Und teuerer als andere Fahrzeuge ist er auch nicht. Ich bin tatsächlich ein begeisterter Prius-Fahrer, allerdings in der Schweiz.
Sicher, die Spitzengeschwindkeit ist für deutsche Autobahnen zu niedrig…
Achja, ich vergass zu sagen: ich fahre ihn nicht wegen der Klimahysterie, sondern des geringen Spritverbrauchs wegen. so reichen meine Spesen weiter :-))
1. Sprunace: Ich finde Deine Kritik grenzwertig. Im Panzer fahren und mit Bodyguards durch die Landschaft rennen, ist kein Spass, sondern eine Notwendigkeit. Ich wünsche niemand, dass er in den zweifelhaften Genuss kommt. Aber Renate Künast kann ruhig Jaguar fahren. Die hat keine Sicherheitsstufe 1.
2. MaWa: Was qualifiziert Dich denn für diese Kritik: Gestern wusstest Du nicht, wie man Inschenör schreibst und heute bist Du schon eins ? Ich habe immerhin schon mal ein ganzes Buch über die Entwicklungsgeschichte einer deutschen Oberklasselimousine geschrieben und dabei viel über Fahrzeugtechnik erfahren von gestandenen Entwicklungsingeneuren gelernt. Was ist denn augenscheinlich falsch an meiner Darstellung ? Nebenbei ist das blosse Schulphysik - hast Du nicht mehr zu bieten.
3. anaximander: Die Geschmäcker und Einsatzmöglichkeiten sind verschieden. Dir sei der Prius gegönnt. Auch ein Erdgas- oder Flüssigasantrieb hat nach den Kriterien der ökologischen Freunde keine Auswirkungen, allerdings schont dererlei genauso den Geldbeutel wie ein ordentlich wummernder Diesel. Mit den vorgeblichen Ökozielen hat das nur nur begrenzt zu tun. Also viel Spass beim vermehren der Spesen.
Mir geht die Klimahysterie (vor allem die mit Weltuntergangstönen) zwar auch auf den Sack, aber der Hybridantrieb hat recht wenig mit dem Elektroauto zu tun.
Und tatsächlich ist der Hybridantrieb ein Mogelpackung… für Ökos.
Der Hybridantrieb ist nämlich kein Weg weg vom Öl wie es Elektroautos oder Brennstoffzellen sind.
Der Hybridantrieb ist ein troianisches Pferd das dafür sorgt das der Verbrennungsmotor eine Zukunft hat.
Ob in diesen Motor nun Benzin, Alkohol, Gas oder gar Wasserstoff verbrannt wird ist dabei völlig egal- im Vergleich zur Brennstoffzelle ist der Verbrennungsmotor simpel, billig und robust.
Im Vergleich zur Batterien ist er leichter, schneller und einfacher “zu betanken”.
Ob nun die Kraft vom Verbrennungsmotor mechanisch oder über eine Generator/Batterie/E-Motor Kombination auf die Räder übertragen wird ist im Prinzip egal- wobei die gute, alte mechanische Kraftübertragung so gut wie ausgereizt ist… der E-Motor aber noch Potential hat.
Bei entsprechend kleinen aber leistungsstarken E-Motoren und einem leistungsfähigen Akku (der nicht auch Blei basieren muß, wobei auch beim Bleiakku sicher noch Verbesserungen möglich sind…) dürfte sich ein Allradantrieb wesentlich einfacher verwirklichen lassen als bisher.
Solange die Klimahysterie dazu führt, dass langsam aber sicher tatsächliche Alternativen zum Erdöl auf den Markt kommen soll’s mir nur recht sein. Weniger Geld für den russischen Demokrator und die nahöstlichen Öltheokratien - was könnte man schon dagegen haben?
Der Prius ist ein Schritt in die richtige Richtung, vor allem wenn man im wesentlichen im Stadtverkehr unterwegs ist; und sooo häßlich ist er tatsächlich nicht, wenn man ihn mal mit den bisher erhältlichen Elektromobilen vergleicht (z.B. aktuell hier: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,466531,00.html); die Dinger sehen doch meistens aus als hätte Colani auf LSD versucht einen Trabbi zu designen. Ausserdem haben sie in etwa den Sex-Appeal von Liegefahrrädern (und dürften auch dieselbe Zielgruppe bedienen).
Und was den Lotus angeht: Alfa Sportswagen-look-alike mit Elektroantrieb und 600PS? Ich glaub’ ich fang’ schon mal an zu sparen …
Wer Flüssiggas-, Erdgas oder Hybrid-Antrieb nutzt, spart Geld. Keine Frage. Aber er tut nichts - wirklich nichts - für die Umwelt. Fahrt Prius, Lexus or whatever. Aber glaubt niemandem, der behauptet, das nütze dem Klimaschutz.-Darum gings
Nur wer gar kein Auto fährt, tut etwas für die Umwelt. ;-)
Autofahren ist immer eine Umweltbelastung.
Klimaschutz gäb’s nur wenn man statt Kohlenwasserstoffen Wasserstoff oder Akkus als Energieträger verwendet und zur Wasserstoffherstellung/Akkuladung kein CO2 produziert.
Und selbst da würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer legen das die produzierten Abgase (Wasserdampf) und großflächigen Solarzellenfelder (halbe Sahara ?) keine Wirkung aufs Klima haben…
Aber ein Auto das weniger Sprit schluckt und weniger Abgase in die Luft bläst (sei’s weil der Treibstoff Schadstoffärmer verbrennt oder der Motor wegen Hybridantrieb öfter im optimalen Drehzalbereich läuft) belastet die Umwelt zumindest weniger.
Ein Umstieg auf einen Treibstoff der die Umwelt weniger mit CO2 belastet ist im Moment einfach unrealistisch.
Das sieht man gut an Erd- oder Flüssiggas. Das wird schon lange propagiert und ist auch technisch relativ simpel - denoch kommt die Industrie mit der Schaffung der Infrastruktur nicht nach.
Und im Vergleich zu Wasserstoff ist Erd- und Flüssiggas noch sehr leicht zu handhaben…
Auf absehbare Zeit ist es eigentlich nur sinnvoll den etablierten Treibstoff besser zu nutzen und nach und nach durch einen zu ersetzen der mit der vorhandenen Infrastruktur (sprich: vorhandenen Tanks, Tanklaster, Zapfsäulen und Tankstellen) kompatibel ist.
Und der Sprit muß nun mal bei 1 Bar und zwischen -25°/+50° Celsius flüssig und relativ energierreich sein.
Da gibts ne Reihe von interessanten Kohlenwasserstoffen, die man nicht umbedingt aus Erdöl gewinnen muß…
Denoch- beim effektiveren Nutzen des Verbrennungsmotors ist die Überlegung statt der mechanischen Kraftübertragung Elektromotoren einzusetzen ein eleganter Ansatz.
Und wenn man sieht welcher Aufwand bei der Brennstoffzelle getrieben wird (in der Salzschmelze bei 700°C Platinbeschichtete Elektroden oder Einsatz von starksauren galvanischen Palladiumbädern, Nanostrukturierte Oberflächen, katalytische Abtrennung des Wasserstoffs aus Methanol… ) kann man sich durchaus fragen was wohl dabei rauskommen würden wenn man diesen Aufwand in die Weiterentwicklung des guten alten Verbrennungsmotors / Bleiakkumulators stecken würde…
Der würde von vielen Inovationen bezüglich der Elektrochmie in Brennstoffzellen übrigens auch profitieren… Stichwort Nanostrukturierte Elektroden, formstabile Elektroden aus galvanisch/atropisch beschichteten Material, Metall-Legierungschichten die geringere Polarisierung bei elektrochemischen Vorgängen aufweisen, feste/flüssige/gelförmige Elektrolyte mit besserer Ionenbeweglichkeit und Wasserstoffüberspannung als Wasser…